Hörnchen-TV

Eine unserer wichtigsten Übungen mit Charis war von Anfang an das ‚Schau‘.

Dabei geht es allerdings nicht darum, dass Charis mich anschauen soll, sondern dass sie ruhig und möglichst entspannt ihre Umgebung abchecken und scannen kann. So sollte sie schrittchenweise lernen, auch mit Auslösersichtungen ruhig umzugehen. Dieses Scannen ist Bestandteil des natürlichen Jagdverhaltens und ist somit selbstbelohnend. Selbstverständlich wird bei dieser Übung ganz ’nebenbei‘ auch an der Impulskontrolle gearbeitet. Besonders für ‚augenlastige‘ Hunde wie Charis eine tolle Sache!

 

 

Nun war Impulskontrolle für Charis bei ihrem Einzug ja eher ein Fremdwort. Am Anfang waren wir schon froh, wenn sie ohne (für uns ersichtliche) Auslösersichtung für 1 Sekunde mal ruhig in der Gegend herumstehen und -gucken konnte. Im Laufe der Zeit hat sie gelernt, dies ohne Auslöser für bis zu 2 Minuten zu tun! Sie wird immer besser darin. Mittlerweile gehört z.B. das Liegen auf der Terrasse und Beobachten ‚ihres‘ Reichs zu ihren Lieblingsaktivitäten. Kein Vergleich mehr zu dem ohne Unterlaß zwischen Garten, Terrasse und Wohnzimmer hin- und herrennenden Hund, der uns 2011 noch mit seiner Hektik in den Wahnsinn trieb.

 

 

Parallel haben wir natürlich auch begonnen, das ‚Schau’en bei Sichtung nicht ganz so heftiger Auslöser auf größere Distanz zu üben, die Auslöserstärke vorsichtig zu steigern und ganz langsam auch an den Distanzen zu arbeiten.

Vor einem Jahr noch reagierte Charis z.B. bei Sichtung der in unserem Garten wohnenden Eichhörnchen ziemlich impulsiv. Ab Herbst konnten wir eine deutliche Besserung erkennen. Inzwischen sind die Eichhörnchen kaum mehr ein Thema (und das nicht nur bei uns).

 

 

In den letzten Wochen hat Charis sich sogar darauf verlegt, auf unserem ersten Morgenspaziergang regelmäßig Ausschau nach den Hörnchen zu halten und sie für eine Weile zu beobachten.

Heute früh habe ich es endlich geschafft, sie dabei einmal zu filmen. Die Qualität ist ‚optimierungsfähig‘. Mit dem Beobachten von Charis‘ Körpersprache, dem Objekt der Begierde und unserem Umfeld plus Handhabung der Kamera und Leine bin ich doch noch etwas überfordert. Ich denke aber, dass man sehr schön sehen kann, wie locker und entspannt Charis ‚ihre‘ Hörnchen beobachtet, selbst als zwischendurch ein Vogel ins Blickfeld fliegt (was früher sofort einen Hechtsprung in die Leine ausgelöst hätte).

Wer nun neugierig geworden ist, kann hier gucken.

ES ist schon wieder passiert

… und diesmal habe ich es sogar gefilmt.

Gestern haben Reinhard und ich uns wieder nach der Arbeit zum Abendspazottel in einem Waldgebiet verabredet. Das tolle Wetter musste einfach genutzt werden.

Ich hatte mich für die Ecke entschieden, wo ich Charis‘ Schleppe vor gut zwei Wochen das erste Mal für eine längere Distanz im Wald fallen ließ. Ich fühlte mich gut und wollte eine Wiederholung wagen. Reinhard war wieder etwas später dran als ich. Das kam mir gut aus. So konnte ich schon ein paar Meter in den  Wald hinein gehen und abchecken, ob ich es wagen könnte, oder ob Charis vielleicht doch Wild oder sonstige Auslöser anzeigen würde (das tut sie mittlerweile wirklich wunderbar).

 

 

Die Strecke schien sicher und Reinhard ließ sich Zeit. Ich ‚kegelte‘ ein wenig mit Charis (eine Übung, die ich seit einigen Tagen vermehrt mit Charis mache, um sie mittelfristig zu einer tollen  Belohnung über Alternativverhalten bei Auslösersichtung auszubauen). Der Flederfrosch machte brav mit, hielt aber auch eisern Ausschau nach Reinhard. Charis hatte sehr schnell das Gelände erkannt, und die Verknüpfung mit dem letzten Schleppen-Freilauf schien wirklich seeehr gut erfolgt.

 

 

Immer wieder drehte Charis sich um, zuckte kurz aufgeregt, als ein Auto am Ende des Weges auf den Parkplatz fuhr … aber es war das falsche Auto, und das erkannte sie auch schnell. Wir trotteten also weiter. Ich genoss die schöne Waldluft und den Sonnenschein, Charis schnupperte hier und hielt dort Ausschau. Ein Zustand, der vor anderhalb Jahren noch undenkbar schien!

Endlich erschien Reinhards Wagen am – mittlerweile wirklich weiten – Ende des Weges! Charis blieb wie angewurzelt stehen, als sie ihn erkannte. Nun wäre ich eigentlich gerne mit ihr wieder ein Stück zurückgegangen. Die Distanz schien mir doch recht gewagt! Andererseits … wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich nahm mir also die Kamera raus und hielt drauf. Somit habe ich zwar nicht das allererste Mal, aber immerhin eines der ersten Male festgehalten, wo Charis ‚frei‘ im Wald unterwegs war.

Wie man der ‚Kameraführung‘ entnehmen kann, war ich regelrecht trunken vor Glück, dass alles so toll klappte. Vor lauter Überwältigung habe ich auch komplett vergessen, dass die Kamera über einen Zoom verfügt. Aber was soll’s? Es war schon phänomenal, dass Charis so brav warten konnte, bis ich sie loslies. Vor zwei Wochen noch hing sie auf den Hinterläufen stehend und bellend in der Leine, weil sie es nicht erwarten konnte.

Leider machte die Batterie der Kamera genau in dem Moment schlapp, als Charis wieder in meine Richtung lief, aber auch da lief sie wie eine Eins auf Schienen und lief ebenso erfreut wieder zu Reinhard zurück!

 

 

Wir hatten noch einen wunderbaren Waldspaziergang. Charis konnte sogar noch eine Rehsichtung gut verpacken und blieb durchweg gut ansprechbar. Die Entwicklung der letzten Wochen haut mich fast um. Ihre Impulskontrolle ist deutlich besser geworden und insgesamt ist sie – für ihre Verhältnisse – wieder einen ganzen Schritt gelassener geworden.

Am Wochenende steht die nächste ‚Hürde‘ an. Charis wird mich zu einer Seminarteilnahme mit vielen fremden Menschen und auch Hunden begleiten. Ich bin sehr gespannt, wie sie das schaffen wird. Natürlich werde ich dann auch wieder berichten … oder Charis! 😉

 

 

 

 

Wiedersehen am Wochenende

Ein tolles Wochenende mit – endlich – viel Sonnenschein liegt hinter uns. Wir waren viel mit Charis unterwegs, haben im Garten gearbeitet, haben aber auch gefaulenzt. Momentan lässt sie uns am Wochenende wieder bis ca. 06.30 schlafen. Was für eine Wohltat!

 

 

Am Nachmittag haben wir uns auf eine unserer Feldrunden gewagt. Feldspaziergänge sind bei uns derzeit kaum möglich, weil die Bauern momentan düngen und Pestizide sprühen, was das Zeug hält. Nach einer ‚Dusche‘ in solch einer Wolke vor einer Woche brauchen wir definitiv keine Wiederholung und die übers Gras oder vom Fell / Pfoten abgeleckten Mengen sind Charis sicher auch nicht zuträglich.

Nun denn, wo wir schon dort waren, packte mich doch gleich der ‚Übermut‘. An dieser Strecke liegt nämlich ein Gehöft mit Pferdeweiden. Wer die früheren Beiträge gelesen hat, weiss, dass Charis Pferde ziemlich gruselig findet und dass ihr Duft – speziell auf sandigem Boden – für sie ein extremer Auslöser ist. Daran (u.a.) haben wir in den letzten Wochen gut arbeiten können, also wagte ich es, mit ihr zum Gehöft zu gehen. Sie hielt sich gut und so konnten wir durch das Gehöft gehen, ohne dass Charis dabei ausrasten musste. Die vorhandenen Pferde blieben alle total ruhig, guckten evtl. mal nach uns, grasten dann aber entweder weiter oder dösten einfach vor sich hin. Perfekt – besser hätte mein Trainingsplan es nicht vorsehen können!

Über einige Meter konnte Charis sogar locker an der Schleppe laufen. Über andere Meter lief sie allerdings auch mit ordentlich Zug, weil sie überall schnüffeln wollte, speziell da, wo die Zäune unter Strom waren. Kontakt mit diesen Zäunen galt es natürlich unbedingt zu vermeiden!

 

 

Nun, wir schafften es … und sollten noch eine kleine Überraschung erleben.

Auf unserer Runde sah ich beim Abchecken der Felder nach Hasen und ähnlichem Getier immer wieder zwei Frauen, die da fröhlich vor sich hin walkten. Sie kamen uns letztlich auf unserer Strecke entgegen. Wie der Zufall es wollte, sollte sich nun herausstellen, dass ausgerechnet auf dieser Hofanlage genau die Frau wohnt, die seinerzeit die Vorkontrolle für Charis bei uns gemacht hat.

Schon auf ca. 100m Entfernung guckte sie total verzückt. Ich dachte erst noch, sie wäre begeistert, weil ich Charis brav zur Seite nahm, damit die Damen gut an uns vorbei kämen. Doch als die beiden kurz vor uns waren, rief mir die Frau entgegen: ‚Das ist doch die Fledermaus aus Wegberg, nicht wahr? Ich habe doch bei Ihnen vor zwei Jahren die Vorkontrolle gemacht.‘ So kann’s gehen. Ich hatte die Frau gar nicht erkannt. Ihr kamen fast die Tränen als sie Charis sah. Charis begrüßte sie dann auch artig. Wir plauderten ein wenig, derweil unser Blick immer wieder am Flederfrosch hängen blieb. Ich glaube, die Frau war zufrieden mit der Entwicklung von Charis.

 

 

Ich war auf alle Fälle sehr zufrieden … mit den Pferdebegegnungen, mit dem guten Passieren der Hofanlage mit ihren vielfältigen Auslösern, mit Charis‘ Geduld während der kurzen Unterhaltung (das wäre vor anderthalb Jahren auch noch nicht so ruhig abgegangen, zumal in diesem Umfeld!).

Charis hatte sich also wirklich eine Belohnung verdient. Sie durfte am Ende der Tour für ein paar Meter mit fallen gelassender Schleppe zu Reinhard flitzen, der sich unterwegs im Gebüsch versteckt hatte. Das war unsere Premiere am Feld! Kurz und knackig, aber vor allem erfolgreich!

 

Spielen

… ist wichtig. Im Spiel lernen Hunde (wie alle anderen Säugetiere inkl. dem Mensch) Kommunikation, Selbstbeherrschung, Koordination und vieles andere mehr. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass schon Welpen richtiges Spielen lernen. Dazu braucht es natürlich kompatible Artgenossen und meist auch eine Aufsicht, die im Zweifelsfall helfend eingreift, z.B. wenn das Spiel zu grob wird. In den ersten Wochen übernimmt meist die Mutterhündin diese Rolle, aber auch in dieser Zeit kann der Mensch (dann meist der Züchter) schon unterstützend tätig werden.

Charis kann im Prinzip wunderbar mit anderen Hunden spielen. Es ist auch ziemlich egal, ob diese Hunde groß, klein, dick, dünn, weiß oder schwarz sind. Sie kann es grundsätzlich mit allen Hunden.

Man merkt jedoch immer wieder, dass ihr früher in entscheidenden Situationen nicht vernünftig geholfen wurde. Sie dreht je nach Spielpartner extrem schnell hoch (so wie in allen evtl. aufregenden Situationen), wird dann sehr schnell grob und muss daher öfters zeitig aus solchen Spielen rausgeholt werden, um ein Kippen zu verhindern.

Das ist allerdings ein Problem, das nicht nur sie oder Hunde aus dem Tierschutz betrifft. Leider ist gerade dieses Problem oft hausgemacht. Ursachen gibt es hier viele.

Umso mehr freut es mich, wenn ich Charis spielen sehe und dabei alles passt. Gestern habe ich wieder mal solch ein Spiel beobachten können und eine Sequenz daraus gefilmt.

Viel Spaß beim Zuschauen.

Seminarhund

Gestern hat mich Charis das erste Mal zeitweilig zu einem Seminar ‚begleitet‘. Ich hatte Anja Fiedler zu einem Wochenende im Zeichen der ‚jagdlich motivierten Hunde‘ eingeladen und musste mich entsprechend um die Teilnehmer kümmern.

Bisher hat Reinhard bei solchen Anlässen Charis übernommen (er hat so gar kein Interesse an diesen Seminaren :-(). Nun wird es Zeit, dass er seiner ‚Fesseln‘ entledigt wird … und ich will schließlich auch irgendwann mal mit Charis aktiv an Seminaren teilnehmen.

 

 

Sie musste eine gute Weile im Wagen ausharren, was an sich kein Problem für sie darstellt. Den Wagen kennt sie gut. Er ist ihre Burg, ihr sicheres Fort. Von dort kann sie ihre Umgebung beobachten und in ihm kann sie ausruhen.

Das war nicht immer so, weil die langweiligen oder auch mal unangenehmen (Tierarzt) Fahrten regelmäßig mit mir in diesem Auto stattfanden und die Halligalli-Spaßfahrten grundsätzlich mit dem Wagen von Reinhard. An der Schraube haben wir in den vergangenen Monaten verstärkt gedreht – mit Erfolg.

Die Herausforderung für Charis lag darin, die um das Auto (und manchmal auch um mich ;-)) herumwuselnden Hunde zu ertragen. Kein leichter Job für unsere Hummel.

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Ihnen ruhig zuzusehen, wie sie mit ihren Menschen arbeiteten, verlangte viel Impulskontrolle von Charis. Zeitweilig hat die dann auch mal versagt, aber ich war zufrieden mit ihrer Leistung. Schließlich konnte ich nach zwei Stunden sogar die Heckklappe auflassen, ohne dass Madame jeden Hund anblöken musste.

 

 

Was für mich mindestens genauso wichtig war: Ich konnte sie auch ein paar mal kurz rausnehmen, um mit ihr ein Stück an der Schleppleine zum Lösen und Lüften zu gehen.

Sie musste dabei nicht in die Gruppe preschen, sondern konnte mir passabel bis sogar locker an der Leine folgen und konnte sich auf die Signale einlassen. In ausreichender Distanz konnte sie sogar mal zur Entspannung eine isometrische Übung (Schultertouch) ausführen.

Zwischendurch ging ich immer wieder zu ihr und ließ sie das Geschehen auch mal durch die offene Seitentür beobachten. Wirklich locker sieht anders aus, aber es war möglich … und es lief deutlich besser, als ich vorher erwartet hatte.

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Mittags holte Reinhard sie ab und drehte eine große Runde über die Felder mit ihr. Selbst das ging richtig gut, wie er mir abends berichtete. Vor einem Jahr noch hätte er dann den ganzen Frust vom Warten und Zugucken abbekommen.

Alle Seminarteilnehmer, die ich vorsichtshalber vorgewarnt hatte, bestätigten unaufgefordert, dass Charis ihnen gar nicht so aufgefallen wäre – wenn ich nicht vorab darauf hingewiesen hätte, dass es eine Premiere für sie ist und sie ja gerne mal etwas impulsiv reagiert.

Erstaunlich und erfreulich, was der Flederfrosch inzwischen schafft!

Das macht Hoffnung für die bevorstehende Seminarsaison. Nun kann es langsam losgehen!

 

 

 

Nachträge

In den vergangenen Monaten hat die Aktualisierung der Website etwas gelitten.

Um Charis‘ Entwicklung hier festzuhalten, werde ich die entsprechenden Beiträge in der kommenden Zeit nach und nach hier einstellen. Ich möchte dabei die Chronologie der Entwicklung beibehalten und werde die Beiträge dem Datum entsprechend hier eingefügen. D.h. es werden nach und nach Beiträge hier ’neu‘ eingestellt werden, die aber aufgrund des Datums nicht sofort als neu auffallen, weil sie in die jeweiligen Lücken gesetzt werden.

Wer die einzelnen Schritte nachverfolgen mag, sollte also am besten immer mal wieder reinschauen und dann auch unter ‚älteren‘ Beiträgen nachschauen, da z.B. ein Beitrag zum Januar ihm dann natürlich nicht hier gleich als ’neuer‘ Beitrag auffallen wird. Der Rückblick wird sich lohnen.

😉

ES ist passiert!

Leute, Leute! Ich MUSS Euch dringend etwas erzählen. Gestern ist etwas mächtig superdupermegatoll Großartiges passiert!

Meine neuen Menschen sind ja echt nett. Sie versorgen mich mit leckerem Futter, tollen Leckereien, feinen Spielzeugen, beschäftigen sich mit mir, sind auch viel mit mir unterwegs, aaaaber … draußen muss ich immer an der Leine bleiben. Die verstehen das einfach nicht, dass so ein Hund wie ich auch mal den Hasen ‚Guten Tag‘ sagen möchte oder mit den Rehen ‚Fangen spielen‘ will. Diese doofen Zweibeiner meinen echt, ich wäre nicht nett zu diesen Tieren und es gäbe auch andere Menschen, die fänden das nicht nur nicht nett, sondern würden bei solchem ‚Fehlverhalten‘ auch mal zu drakonischen Maßnahmen greifen! Ich weiß ja nicht, was sie damit meinen, aber echt: Versteh‘ einer diese Zweibeiner!

 

 

Nun denn, ich kann an der Flexileine mit anderen Hunden spielen, kann auch mit meinen Menschen nett laufen, manchmal auch etwas mit ihnen joggeln (Lahmarschadler!), aber so richtig sausebrauseflitzen … geht natürlich nicht an der Leine.

 

 

Glücklicherweise gibt’s ja den Garten zum Flitzen und glücklicherweise habe ich inzwischen auch soviel Gefallen an meinen Menschen, ihren Leckereien und den Beschäftigungen mit ihnen gefunden, dass mein Frauchen mich letztens tatsächlich sogar draußen mal für ein paar Meter mit der Schleppleine zu Herrchen hat sausen lassen. Das waren zwar nur so 20m, aber ich fand das schon ganz schön klasse. Frauchen meinte wohl, sie würde dabei einen Herzkaspar kriegen. Kann mir mal einer erklären, was DAS nun wieder ist?

 

 

Also jedenfalls … gestern war Frauchen megaturbomutig. Sie ist mit mir vom Büro aus zu einem unserer Spazottelgebiete gefahren und ist einen der bekannten Wege mit mir entlang gegangen. So was hat sie in den letzten Wochen schön öfter gemacht. Meist ist dann auch Herrchen nach kurzer Zeit gekommen oder hat dort schon auf uns gewartet, so dass wir einen schönen gemeinsamen Abendspazottel machten. Ich habe also immer wieder mal geguckt, aber … da war kein Herrchen in Sicht. So gingen wir also einfach den Weg weiter. Es gab viel zu schnüffeln, und die Abendtoilette musste natürlich auch noch erledigt werden. Zwischendurch ist Frauchen auch mal ein paar Meter mit mir gejoggelt, hat mich hier mal ’schauen‘ lassen, dort mal ’schnüffeln‘. Ja, das war schon nett. Aber das Tollste sollte noch kommen. Irgendwann guckte ich mich mal wieder um und … da war doch was am Ende des Weges. Das sah aus wie Herrchens Kopf, der da über einen kleinem Hügel hin und her wackelte. Ich drehte mich also um und zeigte Frauchen, was ich entdeckt hatte. Sie guckte kurz und meinte dann auch, dass das wie Herrchen aussähe. Ich habe mich natürlich mächtig gefreut, aber wie sollte ich es soooo lange aushalten, wo er doch noch soooo weit weg war. Mein Gehüpfe half mir jedenfalls nicht wirklich weiter. Also verlegte ich mich auf meine ultimative Erfolgsstrategie: Ich blieb einmal kurz stehen, guckte Frauchen mit meinem Supermegaturboherzerweichendsten ‚Bin ich nicht süüüüüß‘-Blick an … und schon machte es Click und Frauchen sagte ‚LOS, LAUF ZU HERRCHEN!‘.

Ich konnte es gar nicht fassen, sauste natürlich gleich los und … YEEAAAHHHH! Frauchen hatte die lange Leine losgelassen. Ca. 80 – 100m sauste ich so im schnellsten Sausebraustempo zu Herrchen, der mich auch gleich mit viel Gelächter und Freude empfing, um mich direkt wieder zurück zu Frauchen zu schicken. Wollte ich das denn? JA, ich wollte und raste im gleichen Tempo zu Frauchen, die mich aber unverzüglich im Bogen wieder zu Herrchen schickte.

Mensch, Leute! DAS war vielleicht ein Fest!

 

 

Ich war richtig aus der Puste, meine Menschen lobten mich über und über und gingen dann noch eine schöne große Waldspazierrunde mit mir spazieren.

Ob das jetzt wohl öfter passiert? Ich glaube, ich werde noch mal kräftig üben. Dann klappt das bestimmt!

Die Pfötchenhilfe

… hat sich kürzlich wieder gemeldet. Dort haben wir Charis vor bald zwei Jahren gefunden. Meine Güte, wie die Zeit rast!

Man hatte sich Gedanken gemacht, weil ich – Schande über mir – seit Monaten nicht mehr hier berichte. Ja, auch von anderer Seite ist mir das schon mehr oder weniger unverblümt vorgehalten worden. Seit Wochen habe ich mir die Aktualisierung immer wieder vorgenommen, aber immer wieder kam irgendetwas dazwischen.

Tolle wie auch nicht so tolle Entwicklungen haben meine Zeit und Energie gebunden. Das, was dann an Freizeit blieb, habe ich lieber in Charis live investiert statt in Stunden vor dem PC. Ich gelobe Besserung!

 

 

Hier also die wirklich gute Nachricht: Charis entwickelt sich toll. Seitdem sie tagsüber – wenn sie mich nicht ins Büro begleiten darf – bei meiner Kollegin ist und dort schöne Spaziergänge gemeinsam mit ihren Hundekumpels macht, hat ihre gute Entwicklung noch einmal deutlich an Fahrt aufgenommen. Es macht Sinn, wenn alles aus einem Guss ist, und das ist hier der Fall.

 

 

Charis‘ Ansprechbarkeit und ihre gesamte Orientierung an uns hat deutlich zugenommen. Nachdem wir sie im ersten Jahr praktisch nur an einer 10m Schleppe bzw. Flexileine laufen lassen konnten, habe ich im Frühjahr 2012 auf eine 8m-Flexi umgestellt und im Sommer schon auf eine 5m-Flexi. Seit Herbst 2012 geht sie bei mir ganz normal an einer verstellbaren 3m-Leine.

Diese Reduzierung der Distanz zwischen uns wurde ausschließlich über positive Verstärkung erzielt, kein Heranziehen, Leinerucken, Anbrüllen oder was sonst immer in solchen Fällen gerne eingesetzt wird. Zu kurze Leine bedeutete für Charis von Anfang an immensen Stress. Sie ging dann sehr schnell in Meideverhalten über. Die Zeichen erkannten wir aufgrund ihrer grundsätzlichen Hibbeligkeit erst nach einer ganzen Weile. Kein schöner Anblick und keine schönen Spaziergänge waren das. Gut immerhin, dass wir nicht in der Stadt leben und ihr somit unterwegs in Feld und Flur viel lange Leine gewähren können.

Immer wieder markieren und belohnen, wenn sie von sich aus mal neben einem lief, von sich aus zu uns kam, von sich aus stehenblieb oder zu uns guckte. Viele kleine Schritte hat sie gebraucht. Aber sie durfte sie selbst machen in ihrem Tempo und gemäß ihrer jeweiligen Tagesverfassung. Sie hat gelernt, dass sie bei uns ausprobieren darf und hat inzwischen sogar vorsichtig erste eigene Strategien entwickelt, mit Situationen klarzukommen, die bis vor nicht zu langer Zeit noch mächtig anstrengend für uns alle waren.

Über diese Entwicklung bin ich nicht nur glücklich, weil sie für uns eine ungemeine körperliche Entlastung bedeutet. Vor allem macht mich diese Entwicklung so froh, weil Charis nun endlich zeigen kann, was alles in ihr steckt. Endlich kann und darf sie ihr Hirn einschalten und es benutzen! Nun hat sie die nötige Ruhe dafür entwickelt und traut sich auch.

 

 

Ein kleines Beispiel von heute früh:

Auf unserer Morgenrunde sehen wir regelmäßig zunächst Nachbars Kater auf dem Garagendach gegenüber sitzen. Charis‘ Blick trifft beim Öffnen der Haustüre oft unvermittelt auf ihn. Nachdem sie mich innerhalb der ersten Wochen in dieser Situation ein paar Mal fast die Aufgangstreppe runtergerissen hätte, haben wir uns ein Törchen vor den Eingang gebaut. So kann ich notfalls die Leine loslassen. Seit einem knappen Jahr kann Charis den Anblick des Katers aber auch so gut ertragen und hat mittlerweile durch Zeigen & Benennen auch gelernt, dass es sich lohnt, ihn mir anzuzeigen (klar, dann gibt’s Leckerchen ;-)). Inzwischen merke ich oft nur noch, dass der Kater wieder drüben sitzt, weil Charis entspannt in der Türe stehen bleibt und rüberguckt. Nach einer Weile guckt sie dann zu mir = Marker & Belohnung! Das ist schon toll, wurde aber über Monate hinweg geübt und klappt bei diesem Kater auch nur, solange er halbwegs ruhig sitzen bleibt oder sich langsam bewegt. Aber immerhin!

Eine eigene Strategie hat sie auf dem weiteren Weg gezeigt. Wir kommen dann am Ende unseres Grundstücks an einem Bereich vorbei, wo regelmäßig alle möglichen Tiere den Asphaltweg queren … die Stelle, an der es im September ‚Tschakka‘ machte! 😉

Heute früh war es wieder soweit. Nach links geht’s hinter unserem Grundstück entlang, nach rechts öffnet sich der Blick auf einen der Bolzplätze des hiesigen Sportvereins … und dort genau mittig und unübersehbar saß sie … die Katze … und guckte zu uns. Freundlicherweise war sie heute im ‚Trainingsmodus‘, blieb also sitzen und ich konnte zu meiner erstaunten Freude  Charis nach einem kurzen Hingucker mit nettem ‚Weiter‘ ohne großen Zug mitnehmen. Das war schon prima. Noch ein- zweimal beim Weitergehen zurückschauen, ob die Katze sich vielleicht bewegt, waren auch okay. Freundlicherweise blieb die Katze weiterhin sitzen. Braaaav!

Nun mussten wir auf dem Rückweg aber wieder an dieser Stelle vorbei. Der Einfachheit halber stelle ich hier einmal gegenüber, wie die Situation noch vor einem guten halben Jahr aussah und wie sie nun aussieht:

Früher                                                      Heute

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Ich finde das eine tolle Entwicklung, basierend auf

  • Einfangen von ‚gutem‘ Verhalten
  • Unter-Signal-Setzen des Schauens
  • Aufbau von Entspannungsübungen (noch ausbaufähig)
  • Ignorieren (soweit irgend möglich) von unerwünschtem Verhalten bei parallelem Aufbau von (selbst belohnendem) Alternativverhalten.

Charis wurde bei uns nicht geruckt, angebrüllt, körpersprachlich gehemmt oder sonstwie negativ bearbeitet. Die Leistung, die sie heute früh vollbrachte (Strategie), bestand darin, dass sie erstmalig nicht nur einfach zu mir guckte (was dem Endziel des Übungsaufbaus von Zeigen & Benennen nahekommt), sondern 2 x zwischen Katze und mir hin- und herguckte und dabei fast in Leuchtbuchstaben auf der Stirn stehen hatte ‚Ich könnte ja jetzt zur Katze, aber lieber würde ich mit Dir gehen! Sollen wir?‘.

Für mich bedeutete das, in diesem Moment nicht einfach nur zu markern, ihr das Leckerchen nicht in Laufrichtung zu werfen (wie sonst), sondern sie zu markern, freundlich anzusprechen, loszugehen und ihr dabei einen Ziegenkäsebrocken vor die Nase zu werfen (statt in Laufrichtung). Diese Entscheidung war genau die richtige, denn gleich darauf kam sie in meine Richtung guckend angetrabt, stolperte fast über das Leckerchen und lief flott mit mir weiter nach Hause … wo sie dann noch ein paar Sekunden ‚Nachbarkater auf dem Garagendach gucken‘ durfte, bevor es ans Frühstück ging.

Kleine, feine Schrittchen, die unser Flederfrosch da macht!

 

 

Liegeplätze

Seit ca. Jahreswende deuten sich Veränderungen in Charis‘ Kontaktverhalten und der bevorzugten Nutzung ihrer Schlaf- oder Liegeplätze an.

Während unsere drei früheren Hunde gerne im Schlafzimmer und am allerliebsten mit im Bett schliefen, tut sich Charis (m.E. aufgrund der Erlebnisse in ihren ersten Lebenswochen und -monaten) weiterhin recht schwer mit solch nahem Kontakt. Bis Anfang des Jahres schlief sie überwiegend auf der Couch:

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Allerdings verlässt sie seit Jahresbeginn nicht mehr sofort ihren Platz auf der Couch, sobald wir diese entern. Seit ca. 2 Monaten streckt sie uns sogar gelegentlich den Bauch hin und genießt es dann unübersehbar, wenn wir ihr den Bauch-/Brustbereich krabbeln. Wir genießen diese Entwicklung nicht minder!

 

 

Hinzu kommt, dass Charis seit zwei Monaten auch immer öfter bei uns im Schlafzimmer nächtigt, zumindest stundenweise. 😉

Diese Entwicklung nahm ihren Anfang damit, dass wir ihr im Herbst über eine liebe Bekannte ein Schafsfell besorgt hatten. Das fand sie auch von Anfang an richtig toll, allerding so toll, dass sie es immer wieder auch mal zum Zerbeissen und Zerreissen nahm. In der Zwischenzeit mussten wir es leider entsorgen bzw. in mehrere kleine Stücke schneiden. Sei’s drum.

Dieses Fell legten wir nach ein paar Wochen ins Schlafzimmer et voilà: Charis folgte ihm und legte sich fortan regelmäßig in Ruhephasen darauf, vornehmlich wenn wir nicht dabei waren, nach einer Weile blieb sie auch darauf liegen, wenn wir ins Schlafzimmer kamen.

Vor zwei Monaten hat Reinhard ihr dann eine Kudde spendiert.

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Das Teil ist der Volltreffer:

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Die Zeiten, die sie darin ruhend oder schlafend – gleich ob mit oder ohne uns im Zimmer – verbringt, werden immer länger.

 

 

Zu Jahresbeginn haben wir außerdem die zu große Faltbox (Fehlkauf 🙁 ) gegen eine kleinere getauscht.

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Zu unserer Verblüffung stieg Charis noch am selben Abend von sich aus hinein und legt sich seither oft auch zum Dösen hinein, was wir natürlich schön bestärken.

Die Fotos sind leider alle etwas dunkel geraten, weil ich jeweils nicht die richtige Kamera zur Hand hatte und ich Charis nicht mit Blitzlicht unnötig irritieren wollte. Wir werden weiter berichten, dann mit hoffentlich besseren Fotos untermalt.

Der März ist gekommen

Höchste Zeit also, endlich mal wieder einen Blick auf die ‚Belohnungsliste‘ für Charis zu werfen. Immerhin hat sich doch einiges getan in den vergangenen Wochen und Monaten, auch wenn wir aufgrund des heftigen Winterwetters, meines daraus resultierenden Krankenhausaufenthalts (frau sollte einfach keine neuen Winterstiefel mit neuer Sohle auf Glatteis ausprobieren) und einiger anderer Widrigkeiten nicht so intensiv mit ihr geübt haben, wie wir das eigentlich vorhatten. Manchmal aber ist weniger auch mehr:

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Zwei wesentliche Veränderungen haben sich ergeben:

Zum einen kann Charis inzwischen deutlich besser und länger ‚Ruhe bewahren‘. Während sie im ersten Jahr bei uns doch mächtig hibbelig war und immer wieder ‚Rennattacken‘ hatte, kann sie mittlerweile wirklich lange und entspannt z.B. einfach auf der Terasse sitzen oder liegen und auf ihr Reich herab schauen (da kommen Erinnerungen an Kessy hoch). Aber auch das Schauen draußen in Feld und Flur funktioniert inzwischen richtig gut. Das werden wir noch weiter ausbauen!

 

 

Zum anderen können wir Charis inzwischen deutlich mehr über Interaktionen mit uns belohnen. Geholfen hat dabei, dass sie – gemessen am ersten Jahr – inzwischen auch draußen fast schon verfressen ist, wobei ihr absolutes Highlight Ziegenkäsebröckchen sind. Die haben zudem den Vorteil, dass sie auch in der Dunkelheit der vergangenen Wochen immer gut zu sehen waren. Das war uns öfters eine Hilfe, wenn wir sie von Auslösern weg belohnen wollten. Dunkle Brocken in der Finsternis nahm sie kaum wahr und blieb mit den Augen am Auslöser kleben. So ein fliegender heller Käsebrocken im Dunkeln hingegen ware für sie doch ein großer optischer Reiz und somit häufig das Zünglein an der Waage, wenn wir ‚Land gewinnen‘ wollten.

 

 

Zurzeit entwickeln sich die Dinge bei ihr wieder in etwas größeren Schüben. Wir werden also sicher bald wieder eine neue Liste brauchen!