Schafe …

… zählen scheint ein neues Hobby von Charis zu sein.

Übernommen haben wir sie ja als Mix aus Deutscher Schäferhund und Kurzhaarcollie. Da es unseres Wissens in Griechenland gar keine Kurzhaarcollie-Population gibt, hatten wir von Anfang an Zweifel. Andererseits: Wer will schon ausschließen, dass z.B. ein solcher Hund im Urlaub einen kleinen Flirt mit Folgen hatte? 😉

Letztendlich wird es immer ihr kleines Geheimnis bleiben. Uns ist es im Prinzip auch egal, wobei es im Training schon von Vorteil sein kann, über die wahrscheinlichen genetischen Dispositionen seines vierbeinigen Partners Bescheid zu wissen. Sie lassen sich dann einfach besser ins Training integrieren und im Sinne eines angenehmen Zusammenlebens nutzen. Andererseits kann das Wissen um beteiligte ‚Elternrassen‘ durchaus auch mal zum Scheuklappenblick führen, der einem die Sicht auf bestimmte Verhaltensweisen und ihre Handhabung versperren kann.

Wie dem auch sei, kurz nach ihrem Einzug haben wir aufgrund ihres Laufbildes und allgemeinen Verhaltens beschlossen, dass der zweite Elternteil vermutlich eher ein Malinois war. Doch es blieb der Eindruck, dass vielleicht eine Generation vorher mal ein ‚klassischer‘ Hütehund mitgemischt hat. So ganz ist der Collieartige ja aus der Optik und ihrem Laufbild auch nicht wegzuwischen. 😉

Seit gut einer Woche beobachten wir jedenfalls ein Phänomen, das den Hütehund wieder mehr in den Vordergrund holt: Charis beobachtet sehr gerne Schafe und lässt sich dabei nicht nur nicht aus der Ruhe bringen, sondern – für uns wirklich verblüffend – sie entspannt bei ihrem Anblick deutlich!

Schafe beobachten hat für unsere Fledermaus offensichtlich einen beruhigenden Effekt!

 

 

Dieses Phänomen zeigte sich in der vergangenen Woche zweimal kurz hintereinander in vergleichbaren Situationen. Charis war mit Reinhard am Rad unterwegs – also Reinhard auf dem Rad und Charis nebenher. 😉 Auf den Strecken gab es dann Hasen- und/oder Katzensichtungen, die bei ihr ja immer in Sekundenschnelle zu heftigen Reaktionen führen. Besonders übel sind natürlich z.B. Katzen, die trotz des unüberseh- und hörbar herannahenden Gespanns mitten auf dem Weg sitzen bleiben! Da fliegt unsere Fledermaus schon mal aus dem Fell!

Glücklicherweise schafft sie es inzwischen – Training sei Dank – auch relativ schnell sich wieder zu beruhigen, bleibt dann aber natürlich für eine ganze Weile immer noch auf einem recht hohen Erregungsniveau.

Wie es der Zufall wollte, führte Reinhards Radstrecke auf dem Heimweg an einer der in unserer Nachbarschaft beheimateten Schafherden vorbei. Er blieb also mit Charis am Zaun stehen. Sie setzte sich sogleich hin, sammelte sich und fuhr augenblicklich deutlich runter. Auch das obligatorische Stampfen der Schafe auf den Boden oder das Hin- und Herlaufen speziell der Lämmer brachte Charis nicht aus dem Konzept. Sie guckte freundlich konzentriert rüber und legte sich zuletzt sogar hin, um dem Treiben seelenruhig zuzuschauen:

schafe_klein

Nach ca. 5 Minuten Schafegucken konnte Reinhard mit einer vollkommen relaxten, locker und sauber neben dem Rad laufenden Charis den weiteren Heimweg antreten!

 

 

So ging das gute drei Tage hintereinander. Heute nun gab es eine neue Entwicklung:

Innerhalb von ca. drei Minuten gab es unterwegs erst eine Katzenbegegnung und – kaum, dass Charis sich davon wieder halbwegs gefangen hatte – als I-Tupfen noch 5 Hasen, die vergnügt über ein frisch umgepflügtes Feld hoppelten und ‚Hasch mich‘ spielten. Wer Charis kennt, kann sich vorstellen, dass sie bei diesem Anblick bald explodiert wäre. Besagtes Feld liegt gerade einmal 200m von der nächsten Schafherde entfernt. Was also machte Reinhard?

Genau!

 

 

Auf ging’s mit Charis zu den Schafen: Gucken, Setzen, Gucken, Legen, Gucken und dabei innerhalb von Sekunden runterfahren waren eins! Unsere Beobachtungen in den letzten Tagen waren also definitiv kein Zufall.

Heute setzte Charis noch einen drauf, indem sie nach einer Weile des Beobachtens das für Hütehunde typische Fixieren mit ‚Duckhaltung‘ zeigte. Wir sind gespannt, wie das weitergeht und werden natürlich berichten!

 

 

In der Zwischenzeit fragen wir uns, wo wir ‚Entspannungsschafe‘ zum Mitnehmen für aufregende Situationen unterwegs herkriegen.

Vorschläge werden gerne entgegen genommen.

Betthüpferl

Bei vielen Hundehaltern ist das Bett eine Tabuzone. So war es bei uns ursprünglich auch.

Allerdings tricksten uns unsere früheren Hunde regelmäßig aus, indem sie irgendwann nachts einstiegen und morgens rechtzeitig wieder das Bett verließen. Sie machten das so geschickt, dass wir tatsächlich bald zwei Jahre gebraucht haben, um Ihnen auf die Schliche zu kommen. Da sinnvolles Training hier nur in der entsprechenden Situation erfolgen kann und wir diese regelmäßig verschliefen, sahen wir keinen vernünftigen Handlungsspielraum.

Irgendwann hatten wir uns daran gewöhnt und fanden es sogar durchaus angenehm – z.B. im Winter. 😉

So teilten wir ca. 12 Jahre lang wir unser Bett regelmäßig mit 3 Hunden und haben es oft sogar genossen! Es war irgendwie selbstverständlich geworden.

Als Charis vor Ostern zu uns zog, waren morgendliche Kuschelminuten mit ihr eines der Erlebnisse, auf das wir uns ganz besonders freuten. Zu unserem Erstaunen zeigte die Fledermaus jedoch von Anfang an keinerlei Interesse am Bett.

 

 

Auf die Couch zu uns sprang sie hingegen recht schnell und ohne großartige Hemmungen. Unsere Versuche ihr zu vermitteln, dass Bettbesuche bei uns in Ordnung sind, stürzten sie offenbar in heftige Konflikte. Körpersprachlich reagierte sie in einer Weise, dass sich gewisse unangenehme Vermutungen förmlich aufdrängten.

Zu Beginn unseres ‚Urlaubs‘ hoppste sie dann tatsächlich direkt nach der Ankunft am Zielort zweimal ins Bett und döste dort sogar neben Reinhard liegend kurz ein. Wir dachten, der Knoten wäre geplatzt. Doch danach war alles beim Alten. Nichts und niemand konnte sie ins Bett befördern.

 

 

Nun gibt es natürlich Schlimmeres als einen Hund, der nicht zu seinem Menschen ins Bett kommen mag. 😉

Uns gefiel jedoch nicht, was wir hinter diesem Verhalten vermuteten. Wir haben der Flattermaus also Zeit gelassen und ihr einfach immer wieder, wenn die Situation es hergab und sie dafür empfangsbereit schien, signalisiert, dass sie bei uns willkommen wäre.

Heute geschah ein kleines Wunder:

Charis hatte sich – wie öfters in der letzten Zeit – zunächst nur mit dem Kopf, dann Pfote für Pfote und dann auch mit dem Vorderkörper bis Anschlag Hinterläufe aufs Bett gerobbt, um mich durch Anstupsen zu wecken. Morgenkrabbeln auf diese Weise hat sie inzwischen schon öfters geschafft. 🙂

Nachdem ich nicht aufstand, ging sie zu Reinhard rüber, der sie aber auch nur nett krabbelte. Also kam sie wieder herum zu mir, ich klopfte auf die Bettdecke, sagte ‚Na komm, hopp‘ und siehe da:

Charis sprang im hohen Bogen auf mein Bett (freundlicherweise nicht auf mich ;-)), duckte sich im selben Moment zusammen und sprang wie von der Tarantel gestochen wieder runter!

Wir waren von der Situation derart überrascht, dass wir nur staunen und uns begeistert freuen konnten.

Vor lauter ‚Schreck über ihre Missetat‘ bzw. das, was ihr vermutlich früher dafür drohte, kroch Charis auf ihr Schlafkissen an Reinhards Seite (das sie seit Wochen nicht benutzt hat), rollte sich dort so klein wie möglich zusammen und döste innerhalb von Minuten für eine Weile ein, um nach dem Wiederaufwachen gleich wieder zu mir herum zu kommen und sich mit den Vorderläufen auf meinem Bett einen dicken Knuddler abzuholen.

 

 

Das Eis ist gebrochen und angetaut! Nun dürfen die Brocken abschmelzen.

Wir sind unglaublich glücklich über diesen einen Moment, der nicht einmal eine Sekunde dauerte.

So eine Schweinerei!

Es war ja fast zu erwarten. Meine Leute hatten mich gewarnt! Nun ist es tatsächlich passiert vor einer Woche. Mein Oink ist tot!

oink_tot-klein

Meine Menschen meinten doch echt, ich wär’s selber schuld!!! Solch einen Umgang würde ja kein Schwein überleben! Erst solche Wunden reißen und dann auch noch Ausweiden wäre echt für jede Sau zuviel!

Dabei habe ich doch immer soooo nett mit ihm gespielt. Der Oink schien auch Spaß an unserer Toberei zu haben. Manchmal oinkte er nämlich wieder. Das konnte doch nur ein gutes Zeichen sein!?!?!??

Aber dann war er plötzlich weg, irgendwo in den endlosen Weiten des Oink-Himmels entschwunden. Mal unter uns: Ich habe das unbestimmte Gefühl, die haben den einfach in den Müll geworfen. Meinen OINK!!!

 

 

Am Montag hatte der Reinhard ein Einsehen. Schweine soll man nicht einzeln halten. Die sind nämlich mächtig sozial. Ich als Schweineersatz tauge ja offenbar nicht so wirklich.

 

 

Also ist eine richtige kleine Schweinefamilie bei uns eingezogen:

oink_familie-klein

Sind die nicht knuffig? Die oinken auch jeder unterschiedlich.

 

 

Nach den enttäuschenden Erfahrungen mit meinem ersten Oink sind momentan der pinke und der dunkle Oink meine Favoriten. Die scheinen auch robuster zu sein. Jedenfalls oinken die immer noch, obwohl ich mit beiden schon ganz schön viel rumgetobt habe. Meine Menschen meinen, das wäre bestimmt der Beginn einer wunderbaren Freundschaft …

 

 

Hach, jetzt fühle ich mich wieder so richtig sauwohl!

12. Woche bzw. 3 Monate

Es hat einige tolle Entwicklungen gegeben, leider auch ein paar doofe. Die tollen Entwicklungen betreffen natürlich alle Charis, die nicht so tollen Reinhard und mich. Aber das wird schon wieder …

Am Wochenende habe ich nach einwöchiger Pause wieder die ersten Spaziergänge mit der Fledermaus übernommen. Sie sind erfreulich gut gelaufen trotz der Pause im Training draußen!

charis_spass

Aber wie sagt eine liebe Bekannte immer: Das Training geht weiter …

 

 

  1. Cool down / Pause
    Charis schafft es inzwischen erstaunlich gut und schnell, sich von aufregenden Situationen zu erholen und runterzufahren. Hin und wieder sogar schon auf Signal. Letzteres ist allerdings noch im Aufbau. Die Tatsache, dass sie es überhaupt schon so gut schafft, beeindruckt uns sehr.

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  2. Auslastung und Belastbarkeit
    Auslastung hat aufgrund unseres maladen Zustands im letzten Monat vornehmlich körperlich stattgefunden. Klingt paradox, liegt aber daran, dass Reinhard mit Charis auf absehbare Zeit nur am Fahrrad unterwegs sein kann (was natürlich in sehr kontrolliertem Tempo und auch von vielen kleinen Übungen unterbrochen stattfindet! 😉 ). Letzte Woche verbrachte die Fledermaus außerdem viel Zeit mit uns im großen Garten, da ich ja auch nicht mehr mit ihr gehen konnte.
    Immerhin fand etwas Kopfauslastung in Haus und Garten statt.
    Was uns unglaublich freut (auch und ganz besonders für Charis!) ist, dass sie mittlerweile – nach den langen Wochen der Reizreduktion wegen ihrer hyperaktiven Tendenzen – bis zu einer Stunde im Garten sein kann, ohne dass sie am Rad dreht.
    Noch vor einem Monat war daran kein Denken. Da explodierte sie manchmal beim bloßen Blick in das Grundstück hinein! Nun hat die Fledermaus ein nicht unerhebliches Stück Freiheit wieder … und wir auch. Entsprechend sieht unser Terassengarten mittlerweile allerdings auch aus …

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  3. Impulskontrolle / Frustrationstoleranz
    In den letzten 3 – 4 Wochen haben wir verstärkt an der Impulskontrolle und auch der Frustrationstoleranz von Charis gearbeitet. Viele kleine, sehr kurze Übungseinheiten über den Tag verteilt haben hier wirklich große Fortschritte gebracht. Wir arbeiten natürlich weiter daran.

  4. Hundekontakte
    … sind für Charis selbstredend sehr spannend.
    Aufgrund unserer Arbeit an ihrer Impulsivität waren Hundekontakte in den ersten zwei Monaten extrem reduziert. Das hat – kaum anders zu erwarten – neben den gewünschten Effekten auch den unangenehmen Nebeneffekt einer gewissen Leinenpöbelei gezeitigt. Besonders blöd waren hier diverse Begegnungen mit – leider alle Vorurteile bestätigenden – Klein(st)-Hunden, die Charis schon auf sehr großer Distanz echt übel anblökten, obwohl sie weder über den Blick noch körpersprachlich tendenziell ‚aggressiv‘ rübergekommen wäre. Auf dieses ‚Training‘ hätten wir wirklich gerne verzichtet. 

    Immerhin hat die Fledermaus mittlerweile fast alle Hunde der näheren Nachbarschaft kennengelernt. Die meisten Kontakte sind gut bis sehr gut abgelaufen, wobei die Zusammenführung aufgrund Charis‘ Temperament schon oft mit Fingerspitzengefühl erfolgen muss.
    Gestern Abend gab es sogar den ersten Freilauf mit einer Nachbarshündin. Die Nachbarn hatten ihre Hündin frei gegeben – wohl wissend, dass wir Charis aufgrund ihrer Jagerei und unserer Arbeit an dem Thema eigentlich nicht frei laufen lassen können und wohl wissend um unsere derzeitigen gesundheitlichen Einschränkungen (nein, ich schreibe jetzt nichts weiter dazu! 🙁 ).
    So konnten die beiden Hündinnen für 2 Minuten über ein frisch abgemähtes Feld toben. Glücklicherweise ließ sich kein Hoppler oder sonstiges Getier oder weiterer Hund in dieser Phase blicken. Letztendlich also ein kleiner Glücksfall!

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  5. Tiere
    Hier gibt es keine wesentlichen Veränderungen: Der Treppenabgang wird nun mit einem Tor versehen, damit unsere Hummel ggf. die Treppe an der langen Leine runterpreschen kann, ohne sofort auf der Straße mit den Nachbarskatzen, Autos oder was auch immer zu kollidieren. Das gibt uns allen mehr Sicherheit während unseres Trainings an dieser Baustelle. Charis‘ Erregungsniveau beim Anblick von Hopplern ist stabil, das bei Vögeln ist leider wieder etwas gestiegen.
    An der Baustelle ‚Kühe‘ gibt es immerhin tolle Fortschritte zu vermelden. Diese großen Tiere sind ihr zwar weiterhin suspekt, aber sie ist nicht mehr panisch und schaffte es letzte Woche sogar, sich in gebührendem Abstand vor einer Herde von ca. 20 Kühen auf den Weg zu setzen und sie zu beobachten.  Solange die Tiere stehen blieben, war alles in Ordnung. Bei Bewegung – oder wenn sie gar zu laufen anfingen – war es mit der Ruhe natürlich vorbei. Mit etwas Zeit und Übung wird auch das werden.

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  6. Rückpfiff / Intermediäre Brücke
    Der Rückpiff hat leider immens unter meiner Pause gelitten. Reinhard kann ihn natürlich schlecht üben, wenn er am Fahrrad mit Charis unterwegs ist. Im Garten sind die Ablenkungen noch viel zu hoch, als dass wir dort eine vernünftige Chance hätten, ihn mit ihr zu üben. Den Rest hat Reinhard durch unachtsamen Umgang mit der Pfeiferei zerschossen. Hier müssen wir also von fast Null wieder neu anfangen.
    charis_kommtImmerhin hat sich die generelle IB in verschiedenen Übungen im Haus gefestigt.
    :-)

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  7. Kuscheln
    In der Urlaubszeit hat es begonnen und hat sich in den letzten zwei Wochen langsam gesteigert. Unsere Fledermaus mag inzwischen immer öfter richtig kuscheln! Unachtsame Bewegungen können sie dabei noch schnell verunsichern, aber wenn sie einmal loslegt, wird gekrabbelt und geknuddelt, was das Zeug hält. Toll!


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  8. Stopp – Weiter
    … ist auf demselben Stand wie beim Bericht zur 9. Woche.
    ;-)
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  9. Ruhephasen
    … verbringt Charis seit bald zwei Wochen immer öfter in ihrer Box. Manchmal schlaft sie dort sogar!
    charis_inderbox-klein
    Wir haben sie in keiner Weise dazu animiert oder dies irgendwie provoziert. Hier hat sich einfaches Abwarten und Durchhalten ausgezahlt.

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    Darüber hinaus hat sie sich in den letzten Tagen auch angewöhnt, von der Terrassentüre aus (wenn diese verschlossen ist) oder auch relaxt (!) auf der Terrasse liegend ‚ihr‘ Reich zu beobachten. Bislang hält sie diesen Zustand bis max. 5 Minuten in Ruhe, aber immerhin! Eine der vielen Verhaltensweisen, die sie mittlerweile öfters an den Tag legt und die uns unglaublich an Kessy erinnern. Einfach nur schön!
  10. Gesamtzustand
    Auch hier gibt es erfreuliche Entwicklungen. Die Umstellung auf die Rohfütterung usw. hat sich komplett positiv ausgewirkt. Charis nimmt mittlerweile auch immer mehr neue unterschiedliche Nahrungsangebote nach anfänglicher Skepsis an. Dadurch erweitern sich endlich auch unsere Möglichkeiten der Futterbelohnung!
    Die Verdauung ist schön regelmäßig geworden. Das Fell ist seidig glänzend. Durch das regelmäßige Laufen am Rad hat die Fledermaus Muskulatur aufgebaut. Sie wirkt einfach immer ’stimmiger‘.
    Auch seelisch scheint sie mittlerweile wirklich angekommen zu sein bei uns!
    charis_badet

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Wir sind gespannt, wie es weitergeht!

 

 

Belohnungsliste Juli 2011

Nicht nur im Rückblick auf die trainingstechnische Entwicklung allgemein erkennen wir positive Veränderungen.  Auch die Aktualisierung der Belohnungsliste zeigt dies auf.

Hier sind vor allem zwei Punkte zu nennen, die in den Bereich des ‚Teamwork‘ mit uns fallen:

  1. Den wesentlichen Durchbruch hat eindeutig das Training mit dem Futterbeutel letzte Woche gebracht. Diese Kombination aus Training der Impulskontrolle / Frustrationstoleranz mit der (natürlich noch gewaltig auszubauenden) Suchaufgabe und Futterbelohnung hat sich für Charis als genial erwiesen.
    Ich bin mächtig gespannt, wie sich das weiter entwickeln wird! Die Möglichkeiten der Ausarbeitung sind so vielseitig.


  2. Das Laufen am Fahrrad mit Reinhard war für Charis natürlich speziell in der letzten Woche besonders wichtig, weil ich durch meine Muskelkater-Attacke ja ausfiel. So konnte Charis kontrolliert Dampf ablassen. Sie rennt hier aber nicht einfach nur neben dem Fahrrad her, sondern zockelt im lockeren Trab, schnüffelt viel und darf nur zwischendurch mal (wenn der Hafer sie piekst *g*) ein paar Meter rennen. Reinhard übt auch am Fahrrad mit ihr, fordert immer wieder mal eine kleine Übung ein, clickert und gibt Charis einfach die Gelegenheit, sich ganz viele Belohnungen zu erarbeiten und die Birne zu gebrauchen!



    Netter Nebeneffekt: Sie hat deutlich Muskulatur aufgebaut, auch an ihrem ’schlappen‘ linken Hinterlauf. Das kann nur von Vorteil sein für unsere Fledermaus.


Hier also zunächst unsere aktuelle Belohnungsliste für Charis. Der aktuelle Trainingsstand bzw. die Entwicklung per 12. Woche folgt in den nächsten Tagen.

belohnungsliste_juli2011

Der Futterbeutel

Es macht Sinn – nicht nur, aber hier ganz besonders – jagdlich amitionierte Hunde auch über Nasenarbeit auszulasten. Dieser Bereich kam bei meinen vorherigen Hunden leider ziemlich kurz, denn ich erkannte seine Faszination und die erstaunlich unterschiedlichen Einsatz- oder Umsetzungsmöglichkeiten erst, als die drei schon im zweistelligen Alter waren. Nasenarbeit ist anstrengend … für den Kopf, aber auch für den Körper. Deshalb konnte ich mit meinen Oldies da nicht mehr viel machen.

Das soll bei Charis anders laufen!

 

 

Vor einer Weile habe ich auch vor diesem Hintergrund angefangen, der Fledermaus in der Wohnung immer wieder mal den Futterbeutel zu präsentieren und attraktiv zu machen. Der Futterbeutel an sich stellt natürlich keine Herausforderung für einen Hund dar! Er gibt mir jedoch die Möglichkeit, die Kooperation seitens Charis über die verzögerte Futterbelohnung zu fördern und gleichzeitig auch an ihrer Impulskontrolle / Frustrationstoleranz zu arbeiten.

Ich habe unterschiedliche, verschieden intensiv duftende Leckerchen hinein gepackt und verfüttert. Zu meinem Erstaunen fand Charis das Teil bei den ersten Übungseinheiten befremdlich bis gruselig. Dass da leckere Sachen drin sind, hatte sie natürlich schnell kapiert, aber sonst?

Nach ein paar Tagen Pause habe ich Charis – angeregt durch ein tolles Seminar mit Anja Fiedler – den Beutel am Sonntagabend wieder gezeigt und nun findet sie ihn richtig prima. Zu meiner Freude ist sie sofort darauf angesprungen.

 

 

Mit der Intermediären Brücke (Warmsignal) unterstützt geht sie seit Montag hin, nimmt ihn auf und … naja, der Rest ist natürlich noch ausbaufähig.

 

 

Zunächst lief Charis mit dem Beutel noch an mir vorbei bzw. versuchte es. Immerhin erkannte sie schnell, dass sie ohne mich nicht so recht an den Inhalt kommt. Ich habe seitdem Stückchen für Stückchen der Verhaltenskette aufgebaut und setze sie nun langsam zusammen.

Was mich total fasziniert:

Seit ein paar Wochen abeiten wir immer wieder in kleinen Einheiten an der Impulskontrolle und der Frustrationstoleranz unserer Fledermaus. Das ist, wie an anderer Stelle schon erwähnt, aufgrund ihrer Impulsivität eine Großbaustelle bei uns.

Am Montag habe ich Charis abgesetzt, bin neben ihr stehen geblieben und habe den Futterbeutel erst vorsichtig vor ihr hinplumpsen lassen, dann aber auch mal etwas geworfen. Sie ist tatsächlich sitzengeblieben bis zur – natürlich schnell erteilten – Freigabe!
Auch das ist ein enormer Fortschritt für uns.

 

 

Ein wichtiger zudem, weil mich aufgrund einer unglücklichen Verkettung von Vorfällen derzeit ein derart heftiger Muskelkater in beiden Oberschenkeln plagt, dass ich eigentlich gar nicht mit Charis rausgehen kann. Ich habe ihr im Fall des Falles (Achtung – Wortspiel *g*) einfach nichts entgegenzusetzen. Das führte am Montag schon zu einer Notbremsung meinerseits durch  gezieltes Stolpern in eine Hecke.
Ich stelle mir lieber nicht vor, was ohne diese Hecke passiert wäre.

 

 

Mit dem kleinen Beutel eröffnen sich uns nun neue Auslastungsmöglichkeiten.

Gestern kam der Futterbeutel wieder in der Wohnung zum Einsatz. Nachdem Charis ihn nun endlich spannend fand, ‚wanderte‘ der Beutel ein wenig durch die Wohnung. Charis durfte im Sitz warten und wirkte dabei interessiert, aber auch erstaunlich gelassen. Die Steigerung bestand darin, dass die Terrassentür diesmal offen stand und der Beutel auch ein paar Mal außerhalb ihres Sichtbereichs ging. Die Fledermaus ist brav sitzen geblieben und hat bei dem außer Blick geratenen Beutel kurz gezögert, als ich sie freigab. Dann aber lief sie zielstrebig hin, nahm ihn auf und ist zu meiner Verblüffung von 5 Läufen nur einmal an mir vorbeigerauscht … um den Beutel Reinhard zu bringen.

 

 

So macht das Spaß! Dummytraining / Nasenarbeit … wir kommen!