Betthüpferl

Bei vielen Hundehaltern ist das Bett eine Tabuzone. So war es bei uns ursprünglich auch.

Allerdings tricksten uns unsere früheren Hunde regelmäßig aus, indem sie irgendwann nachts einstiegen und morgens rechtzeitig wieder das Bett verließen. Sie machten das so geschickt, dass wir tatsächlich bald zwei Jahre gebraucht haben, um Ihnen auf die Schliche zu kommen. Da sinnvolles Training hier nur in der entsprechenden Situation erfolgen kann und wir diese regelmäßig verschliefen, sahen wir keinen vernünftigen Handlungsspielraum.

Irgendwann hatten wir uns daran gewöhnt und fanden es sogar durchaus angenehm – z.B. im Winter. 😉

So teilten wir ca. 12 Jahre lang wir unser Bett regelmäßig mit 3 Hunden und haben es oft sogar genossen! Es war irgendwie selbstverständlich geworden.

Als Charis vor Ostern zu uns zog, waren morgendliche Kuschelminuten mit ihr eines der Erlebnisse, auf das wir uns ganz besonders freuten. Zu unserem Erstaunen zeigte die Fledermaus jedoch von Anfang an keinerlei Interesse am Bett.

 

 

Auf die Couch zu uns sprang sie hingegen recht schnell und ohne großartige Hemmungen. Unsere Versuche ihr zu vermitteln, dass Bettbesuche bei uns in Ordnung sind, stürzten sie offenbar in heftige Konflikte. Körpersprachlich reagierte sie in einer Weise, dass sich gewisse unangenehme Vermutungen förmlich aufdrängten.

Zu Beginn unseres ‚Urlaubs‘ hoppste sie dann tatsächlich direkt nach der Ankunft am Zielort zweimal ins Bett und döste dort sogar neben Reinhard liegend kurz ein. Wir dachten, der Knoten wäre geplatzt. Doch danach war alles beim Alten. Nichts und niemand konnte sie ins Bett befördern.

 

 

Nun gibt es natürlich Schlimmeres als einen Hund, der nicht zu seinem Menschen ins Bett kommen mag. 😉

Uns gefiel jedoch nicht, was wir hinter diesem Verhalten vermuteten. Wir haben der Flattermaus also Zeit gelassen und ihr einfach immer wieder, wenn die Situation es hergab und sie dafür empfangsbereit schien, signalisiert, dass sie bei uns willkommen wäre.

Heute geschah ein kleines Wunder:

Charis hatte sich – wie öfters in der letzten Zeit – zunächst nur mit dem Kopf, dann Pfote für Pfote und dann auch mit dem Vorderkörper bis Anschlag Hinterläufe aufs Bett gerobbt, um mich durch Anstupsen zu wecken. Morgenkrabbeln auf diese Weise hat sie inzwischen schon öfters geschafft. 🙂

Nachdem ich nicht aufstand, ging sie zu Reinhard rüber, der sie aber auch nur nett krabbelte. Also kam sie wieder herum zu mir, ich klopfte auf die Bettdecke, sagte ‚Na komm, hopp‘ und siehe da:

Charis sprang im hohen Bogen auf mein Bett (freundlicherweise nicht auf mich ;-)), duckte sich im selben Moment zusammen und sprang wie von der Tarantel gestochen wieder runter!

Wir waren von der Situation derart überrascht, dass wir nur staunen und uns begeistert freuen konnten.

Vor lauter ‚Schreck über ihre Missetat‘ bzw. das, was ihr vermutlich früher dafür drohte, kroch Charis auf ihr Schlafkissen an Reinhards Seite (das sie seit Wochen nicht benutzt hat), rollte sich dort so klein wie möglich zusammen und döste innerhalb von Minuten für eine Weile ein, um nach dem Wiederaufwachen gleich wieder zu mir herum zu kommen und sich mit den Vorderläufen auf meinem Bett einen dicken Knuddler abzuholen.

 

 

Das Eis ist gebrochen und angetaut! Nun dürfen die Brocken abschmelzen.

Wir sind unglaublich glücklich über diesen einen Moment, der nicht einmal eine Sekunde dauerte.

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