Restaurantbesuche sind schrecklich … lecker

Seit ihrem Einzug sind wir ein paar Mal mit Charis in verschiedene Restaurants gegangen.

Vor ca. zwei Monaten waren wir mit ihr bei unserem Lieblingsitaliener. Unsere Fledermaus fand den Fliesenboden dort zwar ziemlich doof, aber als der Weg zum Tisch geschafft war, war alles soweit okay. Sie schaffte es, sich unter den Tisch – oder auch knapp daneben 😉 – zu legen. Sie guckte interessiert der eifrig hin- und herlaufenden Bedienung zu und lauschte den GesprĂ€chen an den Nachbartischen. Nach ca. 20 Minuten jedoch fing sie – fĂŒr uns zunĂ€chst aus heiterem Himmel und ‚grundlos‘ – an zu bellen. Erst zweimal, dann nach kurzer Pause ca. fĂŒnfmal. Wieder eine Pause … und dann wollte sie gar nicht mehr aufhören!

 

 

Jeder Hundebesitzer weiß, dass in solchen Momenten wirklich jeder Blick jedes einzelnen Restaurantbesuchers auf ihn und seinen ‚ungezogenen‘ Hund gerichtet ist. Ein unschönes GefĂŒhl. WĂ€hrend wir noch damit beschĂ€ftigt waren Charis zu beruhigen, erkannten wir den Grund ihres Verhaltens: die Espressomaschine!

Wir waren zu einer Zeit gekommen, wo die erste Besetzung der Tische sich dem Ende zuneigte. Nun wurde ĂŒberall Espresso und vor allem auch Capuccino geordert! FĂŒr Capuccino braucht es Milchschaum … und bei dessen Herstellung zischt so eine Maschine. Zischen löst bei allen SĂ€ugetieren automatisch den Fluchtreflex aus. Wir alle mĂŒssen erst lernen, dass dieses spezielle Zischen keine Gefahr darstellt. Nun haben wir zwar zuhause auch eine Espressomaschine, aber bei genauem Nachdenken fiel uns auf, dass wir seit Charis‘ Einzug ausschließlich Espresso oder normalen Kaffee damit zubereitet hatten. Charis hatte also keine Gelegenheit gehabt, dieses GerĂ€usch kontrolliert kennenzulernen.

Mir blieb in dieser Situation nichts anderes ĂŒbrig als mit ihr das Restaurant zu verlassen. Es erĂŒbrigt sich wohl darauf hinzuweisen, dass sie – ohnehin schon in Panik auf dem Fliesenboden herumrutschend – vollkommen ausrastete als exakt in dem Moment, als ich mit ihr die Theke passierte, wieder die Espressomaschine anging. 🙁

Seither haben wir immer wieder mal bewusst zuhause Capuccino gemacht, damit Charis sich an das ZischgerĂ€usch gewöhnen und lernen kann, dass dies gar keine Gefahr bedeutet. Im Gegenteil, regelmĂ€ĂŸig folgt auf dieses Zischen sogar was Tolles!

 

 

Letztes Wochenende hatten wir ‚Generalprobe‘. Wir gingen in unser Lieblingsbistro, das Charis seit ihrem Einzug öfters schon mit uns besucht hat … allerdings bisher immer draußen sitzend und immer nur kurz zum Üben mit ihr rein- und wieder rausgehend.

Nun saßen wir also mit unserer ziemlich angespannten Fledermaus am Tisch und harrten der Dinge, die da kommen wĂŒrden. Schon nach wenigen Minuten ging die Espressomaschine an – inkl. Capuccino-Zischen. Siehe da, Charis schaute kurz auf, blieb aber ruhig und guckte uns zur RĂŒckversicherung an. 🙂 Klar, dass wir sie dafĂŒr belohnten.

Soweit so gut. Nach ein paar weiteren Minuten begann Charis langsam, sich fĂŒr den Nachbartisch zu interessieren. Kein Wunder, denn dort krönte ein großer Hamburger den Teller. Genau in dem Moment als ich beschloss, unsere Fledermaus zurĂŒcknehmen zu mĂŒssen, damit sie nicht zu aufdringlich wĂŒrde, fragte der Mann, ob sie etwas haben dĂŒrfe.

NatĂŒrlich möchte ich nicht, dass Charis das Betteln lernt. Aber wie konnten wir ihr den Restaurantbesuch noch ’schmackhafter‘ machen als indem sie dort etwas Tolles zu fressen bekĂ€me? Na klar durfte sie!!! 🙂

Der Mann löste also ein Fleischbröckchen von seinem Hamburger und reichte es Charis, die ihm diesen natĂŒrlich sofort abnahm und dabei die Finger krĂ€ftig ablutschte. Noch ein zweites Bröckchen? Ja, logo! Charis fand das toll. WĂ€hrend ich sie fröhlich pĂŒngelte, sah ich, wie der Mann – nachdem Charis ihm den Fleischbrocken aus den Fingern geschlabbert hatte – kurz auf seine Hand guckte … und dann tatsĂ€chlich die Finger in den Mund steckte, um sie sauber zu lutschen!

Tja, so ist das dann wohl, wenn die Liebe durch den Magen geht!

 

 

Charis wurde von uns beim – relativ ruhigen – Rausgehen noch fĂŒrstlich mit unseren ‚Essensresten‘ belohnt. Mal sehen, was sie nĂ€chstes Mal beim Anblick unseres Bistros sagt! 😉