Schmuckstückchen

Im Januar hatte ich von meinen Plänen unter dem Stichwort Flusentier berichtet. Heike hat Wort gehalten und ein paar wunderschöne Sachen aus Charis‘ Haaren gezaubert.

Nun ist Charis nicht mehr nur meine Fledermaus, mein Flederfrosch oder ein Reh (eine liebe Hundefreundin meinte schon, Charis würde sicher bald eine Identitätskrise kriegen ;-)).

Nun ist Charis auch mein Schmuckstück:

verfilzt

… und ich sehe Charis‘ Fluselei endgültig in einem neuen Licht.

Die nächsten Preziosen sind schon in Auftrag.

 

 

Arbeiten an Auslösern …

… wird mit Charis noch lange ein Thema sein – schon alleine, weil es sooo viele für sie gibt. Das Training der letzten Wochen lässt immerhin hoffen.

Nachdem der Versuch auf der Rehwiese zuletzt so schön geklappt hatte, ergab sich gestern die Gelegenheit, die Anforderungsgrenzen noch einmal ein wenig auszutesten.

😉

Pferdeduft und -hinterlassenschaften versetzen Charis leicht in Erregung, ebenso wie lockerer oder sandiger Boden. An den Komponenten einzeln hatten wir bei so ziemlich jeder passenden Gelegenheit gearbeitet und erfreuliche Fortschritte erzielt.

Gestern waren wir in einem neuen Waldstück unterwegs. Parallel zu uns verlief ein Reitweg. Charis nutzte regelmäßig die volle Leinenlänge aus und untersuchte den Pferdeweg, nahm dort auch querende Wildspuren auf und und und. Bei alldem blieb sie jedoch recht gut ansprechbar.

So fasste ich nach einer Weile Mut und ging mit ihr ein Stück auf der Pferdespur. Charis blieb ansprechbar, sogar in der Nähe von Pferdeäpfeln, die ebenfalls vor drei Wochen noch ein ziemliches Thema für uns waren! 🙂

Dann tauchte ein quer liegender, wohl sorgfältg als Hürde dort drappierter Baumstamm auf. Klar, was ich versuchte!? 😉

leckeraufbaumstamm

Ich glaube, das Bild spricht für sich!

 

 

Charis schaffte es, inmitten dieser Ansammlung von Auslösern, die jeder für sich noch vor zwei Monaten zum Ausrasten führten, sich auf die Suche nach dem auf dem Stamm ausgelegten Leckerchen zu machen, es zu finden und auch zu fressen!

Anschließend konnten wir sogar locker an einem gerade mal 3m neben uns befindlichen Pferdehaufen vorbei wieder zum Weg gehen und unseren Spazottel fortsetzen.

Gewisse Trainingsziele rücken für uns nun tatsächlich in greifbare Nähe. Die Fortschritte der letzten Wochen machen Mut, die Anforderungslatte langsam und mit Bedacht wieder ein kleines Stückchen höher zu legen! Das Training geht weiter …

Der Frühling …

… scheint sehr vorsichtig draußen seine Fühler auszustrecken. Heute früh hüpfte er in Form einiger Langohren vor uns übers Feld. ‚Entspannt sieht Charis anders aus‘ … durften wir somit wieder feststellen.

 

 

Wir wussten, dass die frostigen dunklen Wochen für uns eine Art Schonfrist darstellten, die es zum Festigen und Ausbauen verschiedener Übungen mit Charis zu nutzen galt. Ja, und natürlich haben wir diese Zeit dann doch nicht so intensiv genutzt und haben uns auch mal eine Auszeit gegönnt.

Trotzdem konnten wir kleine, feine Fortschritte in Charis‘ Verhalten feststellen. Als unser AntiJagdTraining mit ihr vor gut einem halben Jahr begann, stand sie schreiend auf den Hinterläufen, wenn sie ein Langohr in 500m Entfernung im Gras entdeckte. Sie war komplett ‚außer sich‘, überhaupt nicht ansprechbar und kaum zu bändigen.

 

 

Gestern war das Langohr nicht einmal 100m entfernt und querte deutlich sichtbar ohne Schutz vor uns den Weg!

Ja, Charis ging auf die Hinterläufe und ‚hielt Ausschau‘ … aber sie gab keinen Mucks von sich … und sie konnte uns nach ca. 20 endlosen Sekunden mit leichtem Nachdruck auf das Signal ‚weiter‘ folgen (in die andere Richtung 😉 ). Für uns ein Indiz, dass doch etwas vom Training des letzten Herbstes hängen geblieben ist.

 

 

Gut, dass Charis immerhin im Wald deutliche Fortschritte gemacht hat. Wir haben in den letzten Wochen einige neue Waldstücke erkundet. Da gab es viele Möglichkeiten, an unterschiedlichen Auslösern mit ihr zu arbeiten.

 

 

Rehduft ist z.B. unwiderstehlich für sie. Auf diese Weise haben wir schon bei den ersten Spaziergängen von ihr gleich gezeigt bekommen, wo diese netten Tierchen sich regelmäßig aufhalten. U.a. gibt es eine kleine Lichtung, wo sie offensichtlich vom Jäger zum Abschuss angefüttert werden (die Spuren dort lassen keine Zweifel). Als wir das erste Mal an dieser Lichtung vorbei kamen, hätte Charis uns bald von den Füßen geholt (obwohl wir seinerzeit noch sehr angespannt mit ihr gingen und ständig in ‚Hab Acht‘-Modus waren).

 

 

Nach einigen Wiederholungen konnte sie auf dem Spazierweg relativ ruhig stehen bleiben, den Duft einatmen und uns dann folgen. Wir kommen regelmäßig an dieser Stelle vorbei. Inzwischen guckt sie nur noch kurz hin beim Weitergehen.

Letzte Woche habe ich den Test gewagt. Was würde wohl passieren, wenn ich nun mit Charis auf die Wiese ginge?

Unser Flederfrosch guckte mich halb ungläubig, halb erfreut an, fing an zu schnüffeln, sauste von einer Wildhinterlassenschaft zur nächsten … und freute sich des Lebens:

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Wälzen im Rehdung. Heissassa! 🙂

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Ich bin ein Reh, ich bin ein Reh …!

 

 

Ob sie sich da wohl so leicht rausholen ließe? Na klar! 🙂

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Es war kein Problem. Ich bat sie freundlich ‚weiter‘ und ging im Bogen um sie herum. Schon stand sie auf und ging, natürlich unter fröhlichem Untersuchen der anderen zahlreichen Spuren dort, mit mir wieder zum Weg und weiter.

Ein tolles Gefühl! Langsam werden wir tatsächlich ein Team!

Kleine Schritte …

.. sind nicht wirklich Charis‘ Vorliebe. Aber die vielen kleinen Schritte, die sie seit dem Jahreswechsel in ihrer Entwicklung macht, sind einfach toll. Zugegeben, für ’normale‘ Hundehalter sind viele kaum nachvollziehbar. Das wären sie für mich vor ein paar Jahren auch nicht gewesen – vermutlich sogar noch vor einem Jahr.

😉

Umso mehr freue ich mich derzeit über all die kleinen Dinge, die ich im Verhalten unseres Flederfrosches neu entdecke. Sie zeigen mir, dass Charis nun wohl endlich beginnt, wirklich Vertrauen zu uns aufzubauen, sich tatsächlich auf uns einzulassen. Ihr Blick scheint immer öfter zu sagen: ‚Hey, ich bin jetzt schon über ein 3/4 Jahr bei diesen Zweibeinern. Die scheinen mich nicht einfach wieder wegzuschicken. Vielleicht lohnt es sich ja doch, sich auf die einzulassen?‘

 

 

Am letzten Wochenende gab es gleich mehrere Entwicklungsschritte während eines unserer Waldspaziergänge zu beobachten. Gleich zu Beginn überraschte uns Charis damit, dass sie auf einen Baumstamm kletterte. Bei unseren frühreren Hunden gehörte das Turnen auf Baumstämmen zum Standardprogramm. Auf solchen Stämmen wuchsen Leckerchen oder Spielsachen, die sie erbeuten konnten. Außerdem konnten sie tolle akrobatische Leistungen darauf vollführen, über die die Menschen sich immer freuten und sie entsprechend mit Belohnungen bedachten. Klar, dass Baumstämme und dergleichen spannend waren.

Charis konnte mit diesen Dingern bislang rein gar nichts anfangen. Egal, was ich versuchte, Charis mochte nicht auf Baumstämme gehen. Doch nun plötzlich dies:

baumturnen1

 

Vor lauter Überraschung hätten wir beinahe verpasst, diese Prämiere fotografisch festzuhalten.

Schnee findet Charis toll. Nun ja, während des letzten Winters – der wahrlich reichlich Schnee bot – war sie bereits in Deutschland. Aber das will nicht unbedingt was heißen.

schneerennen

Überraschend und erfreulich für uns war auch festzustellen, dass sie Schnee zwar toll findet, dabei aber nicht so überdreht wie z.B. bei Sand. Die in diesem Bereich überwiegende Mischung aus Schnee auf Sand war entsprechend anspruchsvoll für uns, aber es wird. Immer wieder stellen wir fest, dass gewisse Situationen noch vor 3 – 4 Monaten seeeeehhhhr anders verlaufen wären als jetzt.

😉

Zum Abschluss zeigte Charis noch ein neues Verhalten:

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Zum ersten Mal, seit sie bei uns ist, konnte sie unterwegs etwas aufnehmen. Und sie hat diesen Ast sogar ca. 3m mitgenommen, bevor sie ihn fallen ließ, … um ihn dann noch einmal kurz aufzunehmen.

Langsam wird unsere Charis ein ‚ganz normaler‘ Hund! UNSER Hund!!!

Kuscheln

Gibt es etwas Schöneres, als mit seinem Hund enspannt auf der Couch rumzulümmeln und zu kuscheln? Na klar, Kuscheln mit dem Menschenpartner.

😉

Aber sonst … finde ich Schmusen mit Hund einfach phänomenal entspannend und schön. Mit meinen bisherigen Hunden ging das auch immer prima. Die bohrten sich förmlich in meinen Bauch und pressten sich an mich, wenn sie kuscheln wollten. Sie reckten mir ihren Bauch zum Krabbeln entgegen und genossen diese Form des Körperkontakts wirklich intensiv.

Charis hat das wohl nie wirklich gelernt, oder sie durfte es nur in bestimmtem Umfeld oder … ich weiß nicht was. Jedenfalls konnte Charis zwar von Anbeginn an kleine Streicheleinheiten beim Toben / Spielen ertragen und irgendwann dann auch mal vorsichtig genießen. Sie konnte auch von Anfang an auf die Couch hüpfen. Aber sie tat sich wirklich lange schwer damit, dort zu bleiben, wenn wir hinzukamen.

Spätestens sobald ich kam, stand unser Flederfrosch noch im Dezember auf und verließ die Couch. Hier war zum Jahreswechsel ein wichtiger Schalter gefallen. Allerdings stand sie bis vor zwei Wochen noch auf, wenn ich dann – geplant vorsichtig oder auch mal aus Versehen – mit meiner Hand in ihre Richtung ging.

Ich fand das sehr, sehr traurig.

 

 

Letzte Woche nun ist ein Wunder passiert. Seit Donnerstag bleibt Charis nicht nur liegen, wenn ich es mir auf der Couch gemütlich mache. Donnerstagabend stupste sie tatsächlich einmal kurz ihre Nase an meine Hand, die ich daraufhin erst mal ein Stückchen zurück nahm. Doch ihre Nase folgte!

 

 

Also wagte ich es und krabbelte vorsichtig ihren Nasenrücken. Was soll ich sagen? Sie blieb nicht nur liegen, sondern machte sich lang und legte sich auf die Seite, so dass ich gaaaaanz vorsichtig ihren Bauch und ihre Brust streicheln konnte.

Eben hat sie mich das erste Mal tatsächlich zum Kuscheln aufgefordert, hat sich neben mir auf der Couch auf den Rücken gelegt und sich genüßlich den Bauch krabbeln lassen.

Ich bin begeistert und unglaublich gerührt!!!

Flederfrosch

Diese Woche war Frauchen mit mir bei einer ihrer Bekannten: Christine und Ella. Unser ‚Antrittsbesuch‘ war schon lange überfällig, aber irgendwie kam immer wieder was dazwischen.

Die derzeit frostigen Temperaturen waren zwar auch nicht unbedingt die idealen Startbedingungen (Frauchen hat da üble Probleme mit), aber nun sollte es endlich klappen!

 

 

Nach einer halben Stunde Kennenlernens auf neutralem Gelände hatte Christine ein Einsehen mit Frauchen … und mit Ella und mir.

Wir hatten den Zweibeinern wirklich alle Anzeichen von ‚Hey, die da drüben finde ich toll! Wann dürfen wir endlich losrennen?‘ gezeigt, aber Frauchen meint ja, sie könnte mich noch nicht von der Leine lassen.

 

 

Also ging es erst mal zu Christine und Ellas Zuhause. Dort wurde der ‚Weibertreff‘ fortgesetzt.

Ich schaute mich erst mal überall – unter Ellas wohlwollenden Blicken – um und folgte dann endlich ihrer Aufforderung zum Tanz:

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Heissa, da ging die Post ab. So ein Spaß aber auch!!!

 

 

Zwischendurch schlug Ella ein Zergelspiel vor:

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Solche Aktionen sind mir allerdings nicht so geheuer. Ganz, ganz vorsichtig habe ich dann aber doch irgendwann mal für 1 oder 2 Sekunden mit Ella gezergelt, bevor ich das Teil schnell wieder fallen ließ:

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Für kleine Pausen ging’s auch mal ins Haus, wo Christine und Frauchen sich unterhielten und Kaffee tranken.

Für Ella und mich gab’s dort auch noch tolle Schweineohren und Kauknochen zu knabbern. Da hättet Ihr mal Frauchens Blick sehen sollen. Zuhause habe ich sowas nämlich bislang immer schnell in den nächsten Pflanzkübel oder im Garten eingebuddelt. Aber bevor Ella mir so eine Leckerei wegschnappt …

 

 

Es war für uns alle ein wirklich wunderschöner, toller, entspannter Nachmittag, den ich noch mit einer Spezialeinlage krönte:

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Seither nennt Frauchen mich nicht mehr nur ‚Fledermaus‘. Nun bin ich ein ‚Flederfrosch‘!!!

 

 

Also ICH finde: Das schreit nach einer Wiederholung. Ich kann’s kaum erwarten!

Ausschlafen …

… war für uns über lange Monate nicht möglich.

Charis hatte sich in Blitzeseile an unseren Tagesablauf gewöhnt. Das fanden wir grundsätzlich toll.

Aber … unsere Tage beginnen gewöhnlich um 05.00 h! 😉

Unsere ‚alten‘ Hunde kannten natürlich auch den Standard-Tagesablauf, wussten aber ebenso, wann Wochenende, Urlaub oder sonstige Abweichungen angesagt waren. Sie hatten gelernt, die Zeichen zu deuten … wenn der Wecker ging … und wenn nicht … wenn wir uns im Bett einfach noch mal umdrehten …

All das musste Charis erst lernen. Im Sommer hatten wir kein großes Problem damit, dass Charis grundsätzlich morgens gegen 05.00 Uhr ins Schlafzimmer kam und laut junkend meldete ‚Hey, Aufwachen!!!‘.

Im Sommer genießen wir frühe Spaziergänge. Dann sind wir auch mal in Gegenden unterwegs, wo es uns sonst zu überlaufen, in der Mittagssonne zu warm oder sonstwie nicht so prickelnd ist.

In der dunkleren Jahreszeit jedoch konnten wir unserem vierbeinigen Wecker nicht wirklich große Begeisterung entgegen bringen. Da möchten wir gerne schlafen, bis es hell wird.

Charis jedoch kannte kein Erbarmen. Sie nahm ihren Job wirklich sehr ernst: 05.00 h = Aufstehenszeit! Punkt!!!

 

 

Dann kam der Jahreswechsel. Zwei Wochen Urlaub haben uns in mancherlei Hinsicht voran gebracht. Das hatte ich ja schon an anderer Stelle erwähnt.

Seit drei Wochen bleibt unsere Fledermaus tatsächlich bis 07.30 h auf ihrem Platz. Manchmal wird sie noch gegen 06.00 h unruhig. Dann darf sie kurz in den Garten, kommt nach spätestens 5 Minuten wieder rein und legt sich brav wieder hin.

Das ist toll. Nun können wir tatsächlich wieder die Wochenenden genießen und ausschlafen!!!