Kuscheln

Gibt es etwas Schöneres, als mit seinem Hund enspannt auf der Couch rumzulümmeln und zu kuscheln? Na klar, Kuscheln mit dem Menschenpartner.

😉

Aber sonst … finde ich Schmusen mit Hund einfach phänomenal entspannend und schön. Mit meinen bisherigen Hunden ging das auch immer prima. Die bohrten sich förmlich in meinen Bauch und pressten sich an mich, wenn sie kuscheln wollten. Sie reckten mir ihren Bauch zum Krabbeln entgegen und genossen diese Form des Körperkontakts wirklich intensiv.

Charis hat das wohl nie wirklich gelernt, oder sie durfte es nur in bestimmtem Umfeld oder … ich weiß nicht was. Jedenfalls konnte Charis zwar von Anbeginn an kleine Streicheleinheiten beim Toben / Spielen ertragen und irgendwann dann auch mal vorsichtig genießen. Sie konnte auch von Anfang an auf die Couch hüpfen. Aber sie tat sich wirklich lange schwer damit, dort zu bleiben, wenn wir hinzukamen.

Spätestens sobald ich kam, stand unser Flederfrosch noch im Dezember auf und verließ die Couch. Hier war zum Jahreswechsel ein wichtiger Schalter gefallen. Allerdings stand sie bis vor zwei Wochen noch auf, wenn ich dann – geplant vorsichtig oder auch mal aus Versehen – mit meiner Hand in ihre Richtung ging.

Ich fand das sehr, sehr traurig.

 

 

Letzte Woche nun ist ein Wunder passiert. Seit Donnerstag bleibt Charis nicht nur liegen, wenn ich es mir auf der Couch gemütlich mache. Donnerstagabend stupste sie tatsächlich einmal kurz ihre Nase an meine Hand, die ich daraufhin erst mal ein Stückchen zurück nahm. Doch ihre Nase folgte!

 

 

Also wagte ich es und krabbelte vorsichtig ihren Nasenrücken. Was soll ich sagen? Sie blieb nicht nur liegen, sondern machte sich lang und legte sich auf die Seite, so dass ich gaaaaanz vorsichtig ihren Bauch und ihre Brust streicheln konnte.

Eben hat sie mich das erste Mal tatsächlich zum Kuscheln aufgefordert, hat sich neben mir auf der Couch auf den Rücken gelegt und sich genüßlich den Bauch krabbeln lassen.

Ich bin begeistert und unglaublich gerührt!!!

Betthüpferl

Bei vielen Hundehaltern ist das Bett eine Tabuzone. So war es bei uns ursprünglich auch.

Allerdings tricksten uns unsere früheren Hunde regelmäßig aus, indem sie irgendwann nachts einstiegen und morgens rechtzeitig wieder das Bett verließen. Sie machten das so geschickt, dass wir tatsächlich bald zwei Jahre gebraucht haben, um Ihnen auf die Schliche zu kommen. Da sinnvolles Training hier nur in der entsprechenden Situation erfolgen kann und wir diese regelmäßig verschliefen, sahen wir keinen vernünftigen Handlungsspielraum.

Irgendwann hatten wir uns daran gewöhnt und fanden es sogar durchaus angenehm – z.B. im Winter. 😉

So teilten wir ca. 12 Jahre lang wir unser Bett regelmäßig mit 3 Hunden und haben es oft sogar genossen! Es war irgendwie selbstverständlich geworden.

Als Charis vor Ostern zu uns zog, waren morgendliche Kuschelminuten mit ihr eines der Erlebnisse, auf das wir uns ganz besonders freuten. Zu unserem Erstaunen zeigte die Fledermaus jedoch von Anfang an keinerlei Interesse am Bett.

 

 

Auf die Couch zu uns sprang sie hingegen recht schnell und ohne großartige Hemmungen. Unsere Versuche ihr zu vermitteln, dass Bettbesuche bei uns in Ordnung sind, stürzten sie offenbar in heftige Konflikte. Körpersprachlich reagierte sie in einer Weise, dass sich gewisse unangenehme Vermutungen förmlich aufdrängten.

Zu Beginn unseres ‚Urlaubs‘ hoppste sie dann tatsächlich direkt nach der Ankunft am Zielort zweimal ins Bett und döste dort sogar neben Reinhard liegend kurz ein. Wir dachten, der Knoten wäre geplatzt. Doch danach war alles beim Alten. Nichts und niemand konnte sie ins Bett befördern.

 

 

Nun gibt es natürlich Schlimmeres als einen Hund, der nicht zu seinem Menschen ins Bett kommen mag. 😉

Uns gefiel jedoch nicht, was wir hinter diesem Verhalten vermuteten. Wir haben der Flattermaus also Zeit gelassen und ihr einfach immer wieder, wenn die Situation es hergab und sie dafür empfangsbereit schien, signalisiert, dass sie bei uns willkommen wäre.

Heute geschah ein kleines Wunder:

Charis hatte sich – wie öfters in der letzten Zeit – zunächst nur mit dem Kopf, dann Pfote für Pfote und dann auch mit dem Vorderkörper bis Anschlag Hinterläufe aufs Bett gerobbt, um mich durch Anstupsen zu wecken. Morgenkrabbeln auf diese Weise hat sie inzwischen schon öfters geschafft. 🙂

Nachdem ich nicht aufstand, ging sie zu Reinhard rüber, der sie aber auch nur nett krabbelte. Also kam sie wieder herum zu mir, ich klopfte auf die Bettdecke, sagte ‚Na komm, hopp‘ und siehe da:

Charis sprang im hohen Bogen auf mein Bett (freundlicherweise nicht auf mich ;-)), duckte sich im selben Moment zusammen und sprang wie von der Tarantel gestochen wieder runter!

Wir waren von der Situation derart überrascht, dass wir nur staunen und uns begeistert freuen konnten.

Vor lauter ‚Schreck über ihre Missetat‘ bzw. das, was ihr vermutlich früher dafür drohte, kroch Charis auf ihr Schlafkissen an Reinhards Seite (das sie seit Wochen nicht benutzt hat), rollte sich dort so klein wie möglich zusammen und döste innerhalb von Minuten für eine Weile ein, um nach dem Wiederaufwachen gleich wieder zu mir herum zu kommen und sich mit den Vorderläufen auf meinem Bett einen dicken Knuddler abzuholen.

 

 

Das Eis ist gebrochen und angetaut! Nun dürfen die Brocken abschmelzen.

Wir sind unglaublich glücklich über diesen einen Moment, der nicht einmal eine Sekunde dauerte.